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Kupfer: Der unaufhaltsame Anstieg der Kapitalkosten

Kupfer: Der unaufhaltsame Anstieg der Kapitalkosten

2 min

Es ist stets aufschlussreich, die Trends eines Sektors am Verhalten seiner Player zu beobachten – Insider, die eine sehr genaue Kenntnis des Markts haben, in dem sie agieren. So scheint in der Kupferbranche der Darwinismus noch immer Konjunktur zu haben, wie sich an der jüngst angekündigten Fusion zwischen Teck Resources und Anglo American zeigt. Wir erinnern uns: Ersterer war 2023 Gegenstand eines Übernahmeversuchs seitens der schweizerischen Glencore-Gruppe, während Letzterer 2024 in das Visier des australischen Bergbaukonzerns BHP geraten war.

Im derzeit hochinflationären Umfeld, das durch gestiegene Personalkosten, einen gesunkenen Kupfergehalt im Erz und schärfere Umweltvorgaben bedingt ist, zielt der Zusammenschluss hauptsächlich darauf ab, operative Synergien freizusetzen. Angesichts dieser strukturellen Gegenwinde soll das fusionierte Unternehmen mit dem künftigen Namen Anglo Teck 70 % seiner Einnahmen mit Kupfer erwirtschaften und das Ziel verfolgen, über einen optimierten Kapitaleinsatz Mehrwert zu schaffen. Geplant ist eine Zusammenlegung der Fördertätigkeiten an benachbarten Standorten in Chile (Collahuasi und Quebrada Blanca). Die Leitungen der beiden Konzerne erhoffen sich hiervon Synergien im stolzen Umfang von 800 Millionen Dollar.

In der Vergangenheit haben sich Konsolidierungen in dieser Branche stets in Wellen vollzogen. So gehen die auf diesen Sektor spezialisierten Analysten denn auch von weiteren Kapitalbewegungen aus, zumal die Erschließung einer großen Kupfermine, in der 250.000 Tonnen und damit 1 % der weltweiten Produktion gefördert werden, dem CEO des Bergbauunternehmens Vedanta zufolge zwischen 5 und 6 Milliarden Dollar kostet. Bedenkt man überdies, dass zwischen der Entdeckung einer neuen Lagerstätte und dem tatsächlichen Abbaubeginn durchschnittlich 17 Jahre liegen, wird leicht ersichtlich, warum in diesem Wirtschaftszweig Akteure mit sehr breiten Schultern gefragt sind.

Doch nicht nur bei neuen Vorhaben, sondern auch bei bestehenden Anlagen tut sich die Branche derzeit schwer damit, ihre Ressourcen zu optimieren, wie die Produktionszahlen für Lateinamerika belegen: Ende August wuchs das kumulierte chilenische und peruanische Fördervolumen um 1 % und lag damit weit unter den Ende 2024 festgelegten Zielen. Auf absehbare Zeit dürfte sich die Lage auch nicht entspannen, sondern im Gegenteil weiter verschärfen, seit Ende September eine Schlammlawine den Betrieb des zweitgrößten Kupferbergwerks der Welt zum Erliegen gebracht hat. Vor Mitte 2026 ist nicht damit zu rechnen, dass die von Freeport-McMoRan betriebene Grasberg-Mine in Indonesien, deren Anteil an der weltweiten Kupferproduktion bei 3 % liegt, wieder ihre normale Produktionskapazität erreicht.

Während die Förderung immer wieder von Problemen ausgebremst wird, bleiben die Nachfrageaussichten unverändert – angefacht von den altbekannten Megatrends: Elektrifizierung der Netze, Rechenzentren und die Energiewende (Elektroautos und erneuerbare Energien). All diese neuen Einsatzzwecke verschlingen Unmengen des roten Metalls und kommen zusätzlich zu den traditionellen Abnehmern wie der Bauindustrie hinzu. Entsprechend schätzt etwa BHP, dass die Kupfernachfrage bis 2050 um 70 % auf 50 Millionen Tonnen pro Jahr steigen wird.

Für einen nicht ganz so langen Zeithorizont hat die Internationale Energieagentur berechnet, dass die heutigen und die geplanten Kapazitäten lediglich 70 % des theoretischen Bedarfs im Jahr 2030 decken werden. Die naheliegende Frage lautet somit, welches Preisniveau die Angebotsausweitung in Schwung bringen könnte. In ihrer jüngsten Kupferstudie liefert die Bank Goldman Sachs zumindest einen Teil der Antwort: Ihre Analysten veranschlagen die Untergrenze ihrer neuen Preisspanne nun bei 10.000 Dollar pro Tonne, womit sie den Problemen auf der Angebotsseite und der strukturellen Nachfrage kritischer Sektoren (von Rezessionen abgesehen) Rechnung zu tragen.

Die Ankündigungen und Rückzieher der US-Regierung zu Zöllen auf Kupferimporte lösten Marktturbulenzen aus, auf deren Höhepunkt im Sommer umgehend ein Preiseinbruch um 20 % an der New Yorker Metallbörse Comex folgte. Seither korreliert deren Kupferpreis mit dem der Londoner LME. Nachdem diese spezifische Episode nun abgeschlossen ist, können sich die Anleger wieder auf die Fundamentaldaten dieses Sektors konzentrieren. Die mittelfristig immer stärkere Unwucht zwischen Angebot und Nachfrage dürfte unweigerlich zu höheren Preisniveaus führen – wobei einzig das Preissignal den immer größeren Playern einen Anreiz bieten kann, in neue Kapazitäten zur Gewinnung des Golds des 21. Jahrhunderts zu investieren ...

Pierre Pincemaille, Generalsekretär der Verwaltung., am 6. November 2025.

Dieser Artikel stellt weder ein Kaufangebot noch eine Anlageempfehlung dar. Diese Werbeunterlage ist ein vereinfachtes Präsentationsinstrument und stellt weder ein Zeichnungsangebot noch eine Anlageberatung dar. Die in der Vergangenheit erzielte Performance bedeutet keine Prognose für die Zukunft. Verwaltungskosten sind in der Wertentwicklung enthalten. Die Performances sind von DNCA FINANCE berechnet. 

DNCA Investments ist eine Handelsmarke von DNCA Finance.

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