25. August 2017

Hier der wöchentliche Kommentar zu den Märkten von Igor de Maack

Marktkommentar

Noch etwas verschlafen nach der sonnigen Rückkehr aus dem Urlaub, gab es für die Märkte ein böses Erwachen, als das Comeback von Silvio Berlusconi, der alte Mogul der italienischen Politik, im Hinblick auf die Parlamentswahlen im April 2018 von sich reden machte. Doch die möglichen Koalitionen der Forza Italia, der Partei des Mannes, der das politische Leben auf der Halbinsel seit 1994 prägt, mit der PD oder den Verbündeten der Lega und den Fratelli d‘Italia ergeben im Moment noch keiner absolute Mehrheit. Sie haben aber zumindest den Vorteil, die Fünf-Sterne-Bewegung in den Augen dieser Protagonisten an den Rand zu drängen. Eine schwache Regierung und Unsicherheiten sind schließlich nur ein hinreichend bekannter Cocktail (vielleicht ein Aperol Spritz in diesem Spätsommer?) im institutionellen Leben jenseits der Alpen.

Währenddessen machen die Drohungen von Donald Trump (Schließung der Verwaltungen - Shutdown -, Kündigung des NAFTA-Abkommens, Druck wegen des Baus der Mauer an der Grenze zu Mexiko) der Republikanischen Partei allmählich Angst, die den Zwischenwahlen mit etwas weniger Zuversicht entgegenblickt. In den USA vereinen sich die digitale und die analoge Welt: Amazon gibt Anleihen im Umfang von 16 Mrd. USD für die Übernahme von Whole Food aus, während sich Google mit Wal Mart verbündet. Ob virtuell oder real, der Handel dient stets demselben Zweck: ein Produkt in einer Logistikkette gegen Bezahlung zu einem (ungeduldigen und preissensiblen) Verbraucher bringen.

In Europa, wo der Handel immer noch unter komplexen konjunkturellen Rahmenbedingungen leidet (Gewinnwarnung von Dickson Carphone), könnte man diese Verschmelzung zwischen analoger und digitaler Welt ebenfalls erleben. In dieser Hinsicht haben die Aktionäre bei Carrefour große Erwartungen an den Manager Alexandre Bompard, der früher bei FNAC-Darty tätig war.

Die Mitglieder der Zentralbanken fanden sich an diesem Wochenende zum Forellenangeln in Jackson Hole in Wyoming ein (es heißt, der Landeszentralbank von Kansas City sei es 1982 gelungen, Fed-Chef Paul Volker in diese Hochburg des Fliegenfischens zu locken, und seitdem ist das dortige Zentralbanktreffen ein regelrechtes globales Ereignis). Eine Änderung an der Tonlage ist nicht festzustellen, und die Äußerungen waren farblos oder sogar langweilig.

Doch mit ihren üblichen Späßen können die Politiker dieses durchaus ansprechenden Börsenjahr noch verderben, das durch gute gesamtwirtschaftliche Daten und die Erholung von Rohstoffen gestützt wird. Wir wollen nicht vergessen, dass Donald Trump durch seine Amtsübernahme die Börsenentwicklungen im letzten Jahr gerettet hat! Außerdem sollten wir daran denken, dass die Fee mit dem Namen Volatilität an den Monaten Oktober und November Gefallen findet.

Igor de Maack, Fondsmanager und Sprecher Portfoliomanagement, am 25. August 2017.

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DNCA Investments ist eine Handelsmarke von DNCA Finance.

Noch etwas verschlafen nach der sonnigen Rückkehr aus dem Urlaub, gab es für die Märkte ein böses Erwachen, als das Comeback von Silvio Berlusconi, der alte Mogul der italienischen Politik, im Hinblick auf die Parlamentswahlen im April 2018 von sich reden machte. Doch die möglichen Koalitionen der Forza Italia, der Partei des Mannes, der das...
2017-08-25