4. August 2017

Hier der wöchentliche Kommentar zu den Märkten von Igor de Maack

Marktkommentar

Die amerikanische Politik gleicht immer mehr einer billigen Posse. Im raschen Abgang von Anthony Scaramucci, Ex-Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, lässt sich ein bizarrer Widerhall der Commedia dell’arte erkennen: Dort war Scaramouche – die Paraderolle des italienischen Schauspielers Tiberio Fiorillo im 17. Jahrhundert, auf die auch Bühnenstücke des großen französischen Dramatikers Molière anspielten – ein unzuverlässiger Prahlhans. Nach Michael Flynn und Reince Priebus erweckt dieser dritte Rücktritt den Eindruck, dass die neue amerikanische Regierung die schlechteren Folgen der Achtzigerjahre-Serie „Dallas“ nachspielt, deren Ränkespiele von mitleidlosem Egoismus geprägt waren. Weißes Haus? Villa Kunterbunt, möchte man sagen ... Doch trotz dieser (zumindest scheinbaren) politischen Führungsschwäche der Vereinigten Staaten und der Bedrohung durch die zahlreichen ‚Demokraturen‘ (neologistisches Kofferwort aus Demokratie und Diktatur) behauptet sich die Weltwirtschaft weiterhin gut, wenngleich der IWF seine Prognosen für das amerikanische Wachstum leicht nach unten revidiert hat. Die Ergebnisse des Unternehmens mit der größten Marktkapitalisierung der Welt (Apple) stimmten die Anleger zeichnungsfreudig, was den Dow Jones zu einem neuen Rekord befeuert hat. Der amerikanische Bankensektor schloss auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren.

Im Euroraum fällt auf, dass trotz steigenden Wachstums (BIP-Zuwachs um 0,6 % im zweiten Quartal) die Zinsen noch immer zu niedrig sind. Dank positiver Zuflüsse wertet der Euro weiterhin gegenüber dem Dollar auf – folgerichtig, da für einen ausländischen (und insbesondere für einen amerikanischen) Investor diese Aufwertung günstig bei der Bewertung seiner Vermögenswerte zu Buche schlägt. Es liegt also in seinem Interesse, die makroökonomische und geldpolitische Bewegung mit dem weiteren Kauf europäischer Titel in seinem Portfolio nachzuvollziehen.

Die Volatilitätsrisiken, die über nahezu einem Drittel des weltweiten BIP schweben (Vereinigte Staaten und China zusammengenommen), sind zumindest aus taktischer Sicht keinesfalls zu vernachlässigen: Den europäischen Aktienmärkten dürfte es kaum gelingen, all die schlechten Nachrichten aus diesen beiden Regionen gänzlich abzufedern. Allmählich reift in der Börsenwelt jedoch die Einsicht, dass Europa (ohne Großbritannien, dessen mangelnde Vorbereitung auf den Brexit immer deutlicher zutage tritt) womöglich der letzte Hafen ist, der besorgten Anlegern noch Zuflucht bieten kann.

Igor de Maack, Fondsmanager und Sprecher Portfoliomanagement, am 3. August 2017.

Dieser Artikel stellt weder ein Kaufangebot noch eine Anlageempfehlung dar. Diese Werbeunterlage ist ein vereinfachtes Präsentationsinstrument und stellt weder ein Zeichnungsangebot noch eine Anlageberatung dar. Die in der Vergangenheit erzielte Performance bedeutet keine Prognose für die Zukunft. Verwaltungskosten sind in der Wertentwicklung enthalten. Die Performances sind von DNCA FINANCE berechnet. 

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Die amerikanische Politik gleicht immer mehr einer billigen Posse. Im raschen Abgang von Anthony Scaramucci, Ex-Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, lässt sich ein bizarrer Widerhall der Commedia dell’arte erkennen: Dort war Scaramouche – die Paraderolle des italienischen Schauspielers Tiberio Fiorillo im 17. Jahrhundert, auf die...
2017-08-04