28. April 2017

Hier der wöchentliche Kommentar zu den Märkten von Igor de Maack

Marktkommentar

Woche um Woche finden die Anleger weiterhin großen Gefallen an europäischen Aktien. In sie floss allein in der vergangenen Woche so viel Kapital wie seit Dezember 2015 nicht mehr (2,4 Mrd. US-Dollar), nachdem diese Anlageklasse bereits fünf Wochen in Folge positive Zuflüsse verbuchen konnte. Ein zaghafter Optimismus kehrt an die Märkte zurück, insbesondere nach der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl. Was die Geldpolitik betrifft, so hat die Europäische Zentralbank (EBZ) auf ihrer letzten Sitzung nicht an ihren Leitzinsen gerührt, zugleich jedoch unterstrichen, dass die wirtschaftliche Erholung an Fahrt gewinnt. Die monatlichen Nettokäufe von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren wurden ab April von 80 auf 60 Mrd. Euro gedrosselt, wobei die EZB allerdings bis Ende Dezember 2017 und bei Bedarf auch darüber hinaus an ihrem Kaufprogramm festhalten will.

Langsam, aber sicher übergeben die Zentralbanken der Vereinigten Staaten und des Euroraums den Stab wieder an ihre Demokratien und deren politische Führungen. An ihnen ist es nun, Strukturreformen in Angriff zu nehmen oder sonstige Maßnahmen zu treffen, um ihre Wirtschaften wieder auf einen soliden, ausgewogenen und möglichst gerechten Wachstumspfad zu lenken. Sofern Frankreich die Hürde der Präsidentschaftswahl erfolgreich meistert (Umfragen prophezeien dem sozial- und wirtschaftsliberalen Emmanuel Macron noch immer einen Wahlsieg mit rund 60 % zu 40 %, wenn auch bei hoher Enthaltung), könnten Anleger auf dem europäischen Kontinent wieder eine günstige Konstellation vorfinden. Diese Galaxie wäre aus folgenden guten Vorzeichen zusammengesetzt: 1. der wirtschaftlichen Erholung, 2. der Geldpolitik, 3. dem Unterliegen extremistischer Positionen in wichtigen Wahlen, und 4. einer Aufwärtskorrektur der Unternehmensgewinne. Im Zusammenhang mit diesem letzten Punkt sind insbesondere französische Konzerne zu nennen, die mit hervorragenden Zahlen für das erste Quartal über den Erwartungen lagen (Renault, Sanofi, Total etc.).

In den Vereinigten Staaten wurde der Aufwärtstrend an den Börsen kurzzeitig unterbrochen. Mit Spannung warten die Märkte darauf, dass das von Donald Trump vorgelegte Steuersenkungsprogramm (das insbesondere ein Herunterfahren der Unternehmenssteuern von derzeit 35 % auf 15 % vorsieht) den Kongress passiert. Tatsächlich hat der neue US-Präsident seit seiner Amtseinführung viel versprochen und wenig geliefert. Illusionslos sind in dieser Hinsicht die Franzosen – bei ihnen gilt folgendes Bonmot: Versprechen verpflichten nur diejenigen, die ihnen Glauben schenken.

Igor de Maack, Fondsmanager und Sprecher Portfoliomanagement, am 28 April 2017.

Dieser Artikel stellt weder ein Kaufangebot noch eine Anlageempfehlung dar. Diese Werbeunterlage ist ein vereinfachtes Präsentationsinstrument und stellt weder ein Zeichnungsangebot noch eine Anlageberatung dar. Die in der Vergangenheit erzielte Performance bedeutet keine Prognose für die Zukunft. Verwaltungskosten sind in der Wertentwicklung enthalten. Die Performances sind von DNCA FINANCE berechnet. 

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Woche um Woche finden die Anleger weiterhin großen Gefallen an europäischen Aktien. In sie floss allein in der vergangenen Woche so viel Kapital wie seit Dezember 2015 nicht mehr (2,4 Mrd. US-Dollar), nachdem diese Anlageklasse bereits fünf Wochen in Folge positive Zuflüsse verbuchen konnte. Ein zaghafter Optimismus kehrt an die Märkte...
2017-04-28