15. Dezember 2017

Wirtschaftswachstum in der Eurozone und steigende Volatilitäten 2018…

Marktkommentar

Seit mittlerweile zehn Jahren wird weltweit (und insbesondere im angelsächsischen Raum) beharrlich das Ende der Eurozone prophezeit. Doch siehe da, nach zwei makroökonomischen Krisen, einer institutionellen und einer Beinahe-Währungskrise (Griechenland) erhöht der Euroraum nun sein Wachstumstempo (auf rund 2,3 – 2,4 %). Er stellt überdies die Weltregion dar, in der die Ungleichheit am wenigsten stark gestiegen ist. Nun lässt sich einwenden, das Wachstum im Euroraum sei weiterhin blutleer. Doch wenn Wachstum nur einer allzu kleinen Minderheit zugutekommt, stellen sich unweigerlich Ungleichgewichte ein, was die demokratischen Systeme populistischem Druck aussetzt (Brexit, Wahl von Donald Trump). Galbraith schrieb einst: „Der Missbrauch der Wirtschaft führt, ganz wie der Alkoholmissbrauch, zu einem bösen Erwachen.“ Es gilt also, den weltweiten Anstieg der Verschuldung im Auge zu behalten.

Die beiden besten Überraschungen im Jahr 2017 dürften Frankreich und Italien sein. Italien hat keine tiefgreifende Reform vollzogen, sondern sein Zweikammersystem beibehalten – das den Vorteil bietet, extreme Kräfte in ihre Schranken zu verweisen. Mit einem ganzen Reigen ehrgeiziger Reformen ohne ernst zu nehmende Opposition schafft sich Frankreich unter Emmanuel Macron die Voraussetzungen, um wirtschaftlich und politisch wieder eine tragende Rolle zu spielen. Dennoch stehen weiterhin politische Fragezeichen über Europa (Wahlen in Katalonien und Italien, Koalitionsbildung in Deutschland).

Diese Ereignisse dürften mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Stress an den Märkten führen. Das Übernahmekarussell dreht sich (Disney/Fox, Unibail/Westfield, Atos/Gemalto) und zeugt vom Optimismus, mit dem die Unternehmen in die Zukunft blicken. In den Vereinigten Staaten wurde die Entscheidung für die Leitzinsanhebung denn auch mit einem allgemeinen Achselzucken zur Kenntnis genommen. Die Aussichten auf weitere Zinsschritte 2018 (zwischen zwei und drei) sind an den Märkten noch nicht unbedingt voll und ganz eingepreist. Rund um den Globus beschleichen die Notenbanken allmählich Sorgen bezüglich der negativen Auswirkungen einer allzu langen Phase expansiver Geldpolitik. Hierdurch könnte es 2018 zu Korrekturen und vorübergehenden Volatilitätsschüben kommen.

Noch müssen wir uns etwas (acht Tage) gedulden, bis das Zielfoto für das Börsenjahr 2017 vorliegt. Damit sich ein schönes Bild oder Porträt ergibt, müssen die Anleger gut die Pose halten, lächeln und in die Kamera blicken – und darauf hoffen, dass die europäischen Aktienmärkte ihr siebtes Jahr in Folge mit einem Plus beenden.

Igor de Maack, Fondsmanager und Sprecher Portfoliomanagement, am 15. Dezember 2017.

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Seit mittlerweile zehn Jahren wird weltweit (und insbesondere im angelsächsischen Raum) beharrlich das Ende der Eurozone prophezeit. Doch siehe da, nach zwei makroökonomischen Krisen, einer institutionellen und einer Beinahe-Währungskrise (Griechenland) erhöht der Euroraum nun sein Wachstumstempo (auf rund 2,3 – 2,4 %). Er stellt überdies...
2017-12-15