11. August 2017

Hier der wöchentliche Kommentar zu den Märkten von Igor de Maack

Marktkommentar

Ein an den Kalten Krieg erinnerndes Klima lässt die Anleger kalte Füße bekommen und so manche Anlageentscheidung auf Eis legen.

Der verbale Schlagabtausch zwischen den Vereinigten Staaten und Nordkorea ist zwar durchaus ernst zu nehmen. Trotzdem lassen sich die Ereignisse und politischen Entscheidungen ebenso schwer voraussagen wie die Aktienkurse zu Jahresende. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich, dass die Jahre des echten oder eher ersten Kalten Kriegs (1947-1989) ein goldenes Zeitalter für die Weltwirtschaft und die Aktienmärkte waren. Selbstverständlich hat es auch in diesen Jahren immer wieder Turbulenzen und Krisen gegeben. Dennoch arrangierten sich die Anleger mit der Präsenz eines trotzigen und bedrohlichen Ostblocks, so wie sie sich auch an die barocke Funktionsweise der Volksrepublik China gewöhnten. An den Märkten ist es also zu Korrekturen gekommen, die hauptsächlich mit der akuten Drohkulisse begründet werden. Trotzdem herrscht eine rege Fusionstätigkeit: Bei den Zahlungsabwicklern hat Vantiv ein Angebot für Worldpay abgegeben, im Bereich Infrastrukturen bietet Atlantia um Abertis, und im Medien- und Telekommunikationssektor wird ein Zusammenschluss von Sprint und Charters Communication erwogen. Wie so oft in den letzten Jahren verläuft der Sommer relativ ereignisreich.

Überdies werden sich die Anleger an ein eher unerwartetes neues Vorzeichen gewöhnen müssen: die auffallende Dollarschwäche zum Euro (1,18). Bislang hat Donald Trump nichts am Kurs der amerikanischen Wirtschaft geändert. Seltsamerweise haben seine wiederholten Niederlagen jedoch zu einer Entschärfung der geldpolitischen Bedingungen für die amerikanischen Konzerne geführt: Der schwächere Dollar begünstigt exportorientierte Unternehmen und verbessert – aufgrund von Wechselkurseffekten auf die insbesondere im Euroraum erzielten Gewinne – die Erfolgsrechnungen.

Nicht zuletzt sind die zehnjährigen Zinsen mit 2,2 % noch immer sehr niedrig, was die tatsächlichen langfristigen Finanzierungskosten der Wirtschaftsakteure in den USA auf ein historisch niedriges Niveau drückt. Den Wortgefechten der politischen Lenker steht also bislang noch die Wirklichkeit der Wirtschaft und der Märkte gegenüber. Versuchen wir, uns in den nächsten Wochen auf Letztere zu konzentrieren!

Igor de Maack, Fondsmanager und Sprecher Portfoliomanagement, am 11. August 2017.

Dieser Artikel stellt weder ein Kaufangebot noch eine Anlageempfehlung dar. Diese Werbeunterlage ist ein vereinfachtes Präsentationsinstrument und stellt weder ein Zeichnungsangebot noch eine Anlageberatung dar. Die in der Vergangenheit erzielte Performance bedeutet keine Prognose für die Zukunft. Verwaltungskosten sind in der Wertentwicklung enthalten. Die Performances sind von DNCA FINANCE berechnet. 

DNCA Investments ist eine Handelsmarke von DNCA Finance.

Ein an den Kalten Krieg erinnerndes Klima lässt die Anleger kalte Füße bekommen und so manche Anlageentscheidung auf Eis legen. Der verbale Schlagabtausch zwischen den Vereinigten Staaten und Nordkorea ist zwar durchaus ernst zu nehmen. Trotzdem lassen sich die Ereignisse und politischen Entscheidungen ebenso schwer voraussagen wie die...
2017-08-11