30. Juni 2017

Hier der wöchentliche Kommentar zu den Märkten von Igor de Maack

Marktkommentar

Wenn jetzt wieder Millionen europäischer Familien zur sommerlichen Herdenwanderung aufbrechen, setzen auch viele Anleger die Segel, indem sie ihre Titel an den nun stärker schwankenden Aktienmärkten verkaufen. So ist der Volatilitätsindikator VIX von 10 in den Vorwochen auf mittlerweile 11,7 gestiegen. Eine mögliche Erklärung ist das jähe Erwachen der Anleihemärkte, die sich einmal mehr von zu niedrigen Zinsen für lange Laufzeiten, die wieder auf ihrem Niveau vom vergangenen November angelangt sind, haben in den Schlaf wiegen lassen. Die entschlossene Rede von Mario Draghi, über den Erwartungen liegende Inflationszahlen in Deutschland und Japan und das weltweite Anziehen der Konjunktur (Aufwärtskorrektur der Wachstumsprognosen in Europa, erfreuliche Zahlen zur Industrieproduktion aus China) haben der Idee Auftrieb gegeben, dass die langfristigen Zinsen diese grundsätzliche makroökonomische Bewegung nachzeichnen und damit steigen werden.

Nach der Unwägbarkeit Trump veranlassen nun also die Unwägbarkeiten am Anleihemarkt die Anleger dazu, Gewinne mitzunehmen, bevor sie sich ins Strandleben stürzen. Die Veröffentlichung der Halbjahresergebnisse könnte die trübe Marktstimmung zwar aufhellen.

Allerdings lohnt sich ein näherer Blick auf die Wechselkurse, da ein starker Euro den europäischen Exportunternehmen noch einen Strich durch ihre Erfolgsrechnungen machen könnte. Interessant dabei ist, dass der Kapitalfluss in europäische Aktien bereits in der vierzehnten Woche in Folge positiv ausfällt (1,9 Milliarden US-Dollar).

In Frankreich kühlt die übliche Phase der Euphorie über eine neue Regierung allmählich ab, und die Exekutive muss sich nun der unerbittlichen Realität der Tatsachen stellen. Das an der Nadel der Staatsverschuldung, des Haushaltsdefizits und der öffentlichen Ausgaben hängende Land kommt seinen europäischen Verpflichtungen noch immer nicht nach und unternimmt sogar weniger Anstrengungen als einige seiner südeuropäischen Nachbarn, die sich wirtschaftlich in einer weitaus heikleren Lage befinden.
Einmal mehr könnten die Steuerwaffe gezückt oder Steuermaßnahmen zur Freisetzung von Energien und Wachstum aufgeschoben werden, um auf die Schnelle Haushaltslöcher zu stopfen. Nach all den „Great Again“-Slogans („Make America Great Again“, „Make the Planet Great Again“) könnte in Frankreich bald ein weitaus weniger beschwingtes Motto ausgerufen werden: „Make the Tax Great Again!“

Igor de Maack, Fondsmanager und Sprecher Portfoliomanagement, am 30. Juni 2017.

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Wenn jetzt wieder Millionen europäischer Familien zur sommerlichen Herdenwanderung aufbrechen, setzen auch viele Anleger die Segel, indem sie ihre Titel an den nun stärker schwankenden Aktienmärkten verkaufen. So ist der Volatilitätsindikator VIX von 10 in den Vorwochen auf mittlerweile 11,7 gestiegen. Eine mögliche Erklärung ist das jähe...
2017-06-30