20. Januar 2017

Hier der wöchentliche Kommentar zu den Märkten von Igor de Maack

Marktkommentar

Am 20. Januar wird Donald Trump als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt und damit sein Land führen – „in guten wie in schlechten Zeiten“, wie es bei Eheschließungen so schön heißt. Gute Zeiten sieht man heraufkommen, wenn man an Trumps Talent dafür denkt, mit einem einfachen Tweet die amerikanischen Unternehmen (wie etwa Ford oder Lockheed Martin) dazu zu ermahnen, auf amerikanischem Boden zu investieren, um den Konjunkturzyklus auszudehnen. Einen Vorgeschmack auf die schlechteren Momente geben die allzu spontanen, mitunter ausfälligen und oft giftigen Antworten auf jede Regung des Widerstands gegen jenes neue angelsächsische Kapitalismusmodell, das auf Protektionismus setzt.

Dennoch hat es der als Polit-Rüpel verschriene neue Präsident noch immer geschafft, positiv zu überraschen. In Wahrheit steht er trotz der medialen Leugnung für eine bestimmte Spielart des amerikanischen Traums und eine durchaus profunde Analyse der Übel, die eine auf die Spitze getriebene Globalisierung mit sich bringt.

Und so haben sich die Finanzmärkte bislang auch nur an der erfreulichen makroökonomischen Datenlage orientiert. Für Auftrieb sorgten dabei auch die Ankündigungen verschiedener Riesenfusionen im Euroraum (Essilor/Luxottica, Safran/Zodiac). Weitere intereuropäische Zusammenschlüsse könnten folgen, etwa auf dem Gebiet der Telekommunikation (Telecom Italia, Bouygues, Orange etc.), in der Medienlandschaft (Vivendi, Havas, Mediaset etc.) oder bei den Kabelherstellern (Prysmian, Nexans, General Cable etc.).

Die amerikanischen Anleger dürften erst einmal den Ausgang der französischen Präsidentschaftswahl abwarten wollen, bevor sie wieder in großem Stil bei europäischen Aktien zugreifen. Anleger aus dem Euroraum hingegen haben allen Grund, ihre Vermögen von Anleihen- auf Aktieninvestments zu verlagern. So hat allein die französische Regelung, die Aktienanlagen in Unternehmen aus dem Small- und Mid-Cap-Segment steuerlich begünstigt („PEA PME“), 2016 zu Zuflüssen in Höhe von rund 500 Mio. Euro geführt. Auch die italienische Regierung hat jüngst eine Steuersparlösung aufgelegt, die den Italienern den Besitz italienischer Nebenwerte schmackhaft machen soll. Diese „Piani Individuali di Risparmio“ (PIR) sind mit dem britischen „Individual Savings Account“ (ISA) vergleichbar.

In einem Umfeld noch immer negativer Realzinsen bei einer leicht anziehenden Inflation ist eine Wette auf Anleihen mit langen Laufzeiten in der Eurozone äußerst gewagt. Solange die Konjunktur nicht einknickt, solange die Unternehmensbilanzen weiterhin von guter Führung zeugen und solange die Dividenden weiter sprudeln, wäre es hingegen unvorstellbar, sich die Chancen einer Anlage in europäische Aktien – zumindest in Bezug auf einen Teil des Vermögens – entgehen zu lassen.

Igor de Maack, Fondsmanager und Sprecher Portfoliomanagement, am 20. Januar 2017.

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Am 20. Januar wird Donald Trump als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt und damit sein Land führen – „in guten wie in schlechten Zeiten“, wie es bei Eheschließungen so schön heißt. Gute Zeiten sieht man heraufkommen, wenn man an Trumps Talent dafür denkt, mit einem einfachen Tweet die amerikanischen Unternehmen (wie etwa...
2017-01-20