26. August 2016

Hier der wöchentliche Kommentar zu den Märkten von Igor de Maack

Marktkommentar

In der letzten ‚Ferienwoche‘ herrschte an den Märkten eine gewisse Richtungslosigkeit, wobei davon auszugehen ist, dass die Handelstätigkeit nach dem Erwachen aus dem Sommerloch wieder anziehen wird. Die Geschäftsklimaindizes in Frankreich (PMI) und Deutschland (IFO) fielen im August relativ schwach aus, wobei die beiden größten Volkswirtschaften des Euroraums insgesamt jedoch zufriedenstellende Zahlen ausweisen.

Deutschland verbucht weiterhin Haushaltsüberschüsse (18,5 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2016), und Frankreich kann erneut auf einen leichten Rückgang seiner Arbeitslosenquote verweisen: 19.100 Franzosen weniger waren im Juli auf der Jobsuche.

Der Wachstumskurs im Euroraum scheint ungebrochen, die Vereinigten Staaten zeigen sich nach wie vor robust, und auch in China ist der Einbruch ausgeblieben. Dass sich die Rohstoffpreise (insbesondere der Ölpreis) erholt und seitdem stabilisiert haben, ist ein weiteres gutes Zeichen und verringert fürs Erste die Gefahr, dass eins der rohstoffproduzierenden Schwellenländer ernsthaft ins Straucheln gerät. So ist der Nickelpreis seit Jahresbeginn um 15 % gestiegen, und der Nyse Arca Steel Index legte gar um nahezu 50 % zu.

Wenngleich die Daten zum Welthandel noch keine Zunahme belegen, bestätigen all diese Signale doch eine weltweite Stabilisierung der gesamtwirtschaftlichen Lage. Dank der tatkräftigen Unterstützung der Zentralbanken genießen die Wirtschaftsakteure historisch niedrige Finanzierungskosten und nutzen diesen Spielraum für Fusionen und Übernahmen mit unmittelbarer ertragssteigernder Wirkung: Téléperformance/LLS, Syngenta/ChemChina und Pfizer/Medivation, ganz zu schweigen von den Gerüchten über eine Annäherung zwischen Linde und Praxair, um Air Liquide die Stirn bieten zu können.

Die Schatten, die das jetzige Bild trüben, sind also nicht wirtschaftlicher, sondern eher politischer Art. Mit großen Schritten kommen die Präsidentschaftswahlen in den USA auf uns zu. Auch in Ländern wie Italien und Frankreich stehen Volksabstimmungen an, und während sich die Umfrageergebnisse mehren, werden zum Teil düstere Szenarien konstruiert.

Wie so oft lassen sich die Anleger bange machen, um ihre zunehmend ablehnende Haltung zu Aktien insbesondere aus Europa zu rechtfertigen. Wahr ist, dass vor allem in den entwickelten Demokratien die Abneigung der Wähler zu Eliten zunimmt, die oftmals wie losgelöst von der Realität erscheinen oder sich Verfehlungen haben zuschulden kommen lassen.

Mit Blick auf die Märkte scheint das wahre Risiko angesichts des unerwarteten Anziehens der Inflation vor allem auf Anleihen zu lasten. Sollten sich die Daten zum beschleunigten Anstieg der Löhne in den Vereinigten Staaten bestätigen (wo der durchschnittliche Stundenlohn ein Plus von 2,6 % verzeichnet), so könnte die Fed nicht umhinkommen, früher als geplant währungspolitisch umzuschwenken.

Igor de Maack, Fondsmanager und Sprecher Portfoliomanagement, am 26. August 2016.

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In der letzten ‚Ferienwoche‘ herrschte an den Märkten eine gewisse Richtungslosigkeit, wobei davon auszugehen ist, dass die Handelstätigkeit nach dem Erwachen aus dem Sommerloch wieder anziehen wird. Die Geschäftsklimaindizes in Frankreich (PMI) und Deutschland (IFO) fielen im August relativ schwach aus, wobei die beiden größten...
2016-08-26