6. Mai 2016

Hier der wöchentliche Kommentar zu den Märkten von Igor de Maack

Marktkommentar

Die Quartalszahlen sorgen weiterhin für erfreuliche Überraschungen bei den Anlegern, insbesondere die der beiden französischen Systembanken (BNP Paribas und Société Générale). Somit stellen die europäischen Banken (wie auch die Ölindustrie) den Inbegriff einer Value-Branche dar. Es bedarf jedoch auch hier einer sorgfältigen Auswahl der Anlageinstrumente. So hat der geplatzte Börsengang der Banca Popolare di Vicenza, der 1,5 Mrd. Euro in die Kassen der italienischen Regionalbank hätte spülen sollen, in Italien sowohl den Bankensektor als auch den Börsenindex in eine Abwärtsspirale getrieben.

Während in Deutschland die Bankenbranche von den Schwierigkeiten der Sparkassen belastet und von den Restrukturierungen der Deutschen Bank und der Commerzbank destabilisiert wird, profitiert Frankreich von den wieder anziehenden Industrieinvestitionen, der Erholung der Kreditvergabe und der dynamischen Spartätigkeit. Die niedrigen Zinssätze stellen zwar einen Hemmschuh dar, und das erste Quartal verlief für die Investmentbanken (CIB) alles andere als günstig, doch die Talsohle dürfte hinsichtlich des Gewinns je Aktie seit einigen Monaten überschritten sein. Auch hätten die Banken nicht mehr so schwer an den regulatorischen Auflagen zu tragen, falls die Konjunktur den Bankbilanzen einen Schub geben sollte.

Bei den Aktienmärkten ist davon auszugehen, dass sie bis zu den beiden anstehenden Stichtagen – der Brexit-Entscheidung und den spanischen Wahlen – auf Pause schalten. Was Großbritannien betrifft, so sehen die jüngsten Umfragen die Befürworter eines „Bremain“ leicht in Führung. Der Druck auf die britischen Wähler wird in den kommenden Wochen also noch zunehmen, insbesondere auf jene, die sich als noch unentschieden zu erkennen geben. Unter rein praktischen Gesichtspunkten wirft die Frage nach dem Austritt oder Verbleib in der Europäischen Union erhebliche Probleme auf. Sollte das Vereinigte Königreich aus der Europäischen Union austreten, so müsste es zunächst seine Scheidung und unmittelbar in deren Anschluss eine Art Wiederheirat (neue Handelsbeziehungen zur EU) aushandeln, wobei ein zwischenzeitlicher Regierungswechsel wahrscheinlich ist.

In Spanien steht angesichts der jetzigen Positionen zu befürchten, dass die bevorstehenden Neuwahlen nicht zu einem wesentlich veränderten Ergebnis führen werden. Im zweiten Akt werden sich die Wähler jedoch wünschen, dass die politischen Formationen Regierungsfähigkeit erreichen. Dies ist eine Herausforderung für Protestparteien wie Podemos, die sich bislang nicht imstande gezeigt haben, Kompromisse einzugehen – ganz wie seinerzeit ihr italienisches Pendant, die Fünf-Sterne-Bewegung von Beppe Grillo.

Igor de Maack, Fondsmanager und Sprecher Portfoliomanagement, am 6. Mai 2016.

Dieser Artikel stellt weder ein Kaufangebot noch eine Anlageempfehlung dar. Diese Werbeunterlage ist ein vereinfachtes Präsentationsinstrument und stellt weder ein Zeichnungsangebot noch eine Anlageberatung dar. Die in der Vergangenheit erzielte Performance bedeutet keine Prognose für die Zukunft. Verwaltungskosten sind in der Wertentwicklung enthalten. Die Performances sind von DNCA FINANCE berechnet. 

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Die Quartalszahlen sorgen weiterhin für erfreuliche Überraschungen bei den Anlegern, insbesondere die der beiden französischen Systembanken (BNP Paribas und Société Générale). Somit stellen die europäischen Banken (wie auch die Ölindustrie) den Inbegriff einer Value-Branche dar. Es bedarf jedoch auch hier einer sorgfältigen Auswahl der...
2016-05-06