9. Februar 2018

Kälteschock auf den Märkten

Marktkommentar

Ein Kälteeinbruch hat dieser Tage die Börsen heimgesucht, die die Temperaturentwicklung der letzten Wochen recht genau nachzuzeichnen scheinen.

Die beiden starken Tageskorrekturen am amerikanischen Markt (über 4 %) stellen eine erste Antwort auf den raschen Anstieg der Zinsen für zehnjährige Anleihen (um 2 % bis 2,8 % in wenigen Monaten) dar. Diese von den Zentralbanken angestoßene geldpolitische Normalisierung sollten die Anleger nicht nur als Risiko sehen, obschon sie den Volatilitätsindex VIX in selten erreichte Höhen getrieben hat (37 gegenüber 11 zu Jahresbeginn). Tatsächlich hat sich die Kapitalrendite schon vor geraumer Zeit von der Entwicklung der wirtschaftlichen Fundamentaldaten abgekoppelt.

Die moderate Anpassung der europäischen Aktienmärkte infolge dieser ersten Panikbewegung an der Wall Street entpuppt sich auf den zweiten Blick als gute Überraschung. Europa und insbesondere der Euroraum haben diese Bewegung anders als in der Vergangenheit nicht noch verstärkt. Sein Performanceabstand zu den amerikanischen Aktienindizes und seine weniger großzügigen Bewertungen dürften den Abwärtstrend abgefedert haben. Der gesamtwirtschaftliche Kontext wird hiervon nicht in Frage gestellt (weltweit synchrones Wachstum). Für einige europäische Unternehmen könnte es hingegen eine Herausforderung werden, die nachteiligen Währungseffekte (schwacher Dollar), die höheren Rohstoffpreise und den Arbeitskräftemangel in bestimmten Branchen (Bau) zu verdauen. Angesichts des in diesem Jahr erwarteten Gewinnwachstums von rund 10 % sollten diese Ziele jedoch erreichbar sein.

Zudem liegt die über die ausgeschütteten Dividenden erreichte Nettorendite (>3 %) noch immer deutlich über der Vergütung von Anleihen. Phasen einer Leitzinsanpassung, wenngleich von den Zentralbanken mit Argusaugen überwacht, werden oft als Zeiten der Instabilität und Unruhe wahrgenommen. Es empfiehlt sich somit, potenzielle künftige Minusbewegungen an den Aktienmärkten zum Kauf europäischer Titel zu nutzen: Bei Eintritt des Szenarios steigender langfristiger Zinsen, das sich derzeit weltweit abzeichnet, wären diese Papiere dank ihrer Bewertungsniveaus geschützt.

Die Situation eines heutigen Aktionärs ist die eines versierten Bergsteigers, der eine Reihe tiefer und gefährlicher Gletscherspalten überwinden muss, bevor er sich Hoffnung auf den nächsten Gipfel machen kann.

Igor de Maack, Fondsmanager und Sprecher Portfoliomanagement, am 9. Februar 2018.

Dieser Artikel stellt weder ein Kaufangebot noch eine Anlageempfehlung dar. Diese Werbeunterlage ist ein vereinfachtes Präsentationsinstrument und stellt weder ein Zeichnungsangebot noch eine Anlageberatung dar. Die in der Vergangenheit erzielte Performance bedeutet keine Prognose für die Zukunft. Verwaltungskosten sind in der Wertentwicklung enthalten. Die Performances sind von DNCA FINANCE berechnet. 

DNCA Investments ist eine Handelsmarke von DNCA Finance.

Ein Kälteeinbruch hat dieser Tage die Börsen heimgesucht, die die Temperaturentwicklung der letzten Wochen recht genau nachzuzeichnen scheinen. Die beiden starken Tageskorrekturen am amerikanischen Markt (über 4 %) stellen eine erste Antwort auf den raschen Anstieg der Zinsen für zehnjährige Anleihen (um 2 % bis 2,8 % in wenigen...
2018-02-09