2. Februar 2018

Anleger erwarten steigende Zinsen wie eine Flutwelle

Marktkommentar

Der ach so flauschige Teppich der Unterstützung vom Anleihemarkt wird Aktionären gerade Stück für Stück unter den Füßen weggezogen. Längst scheint die Zielmarke von 3 % für zehnjährige US-Anleihen nicht mehr außer Reichweite, zumal sie durchaus mit der jetzigen wirtschaftlichen Dynamik vereinbar wäre. Wie eine Flutwelle haben die Anleger das Risiko einer „potenziellen Anleiheschwemme“ kommen sehen; der Paradigmenwechsel am Anleihemarkt war zu erwarten. Allerdings könnte die Bewegung auch ihr Gutes haben – schließlich war die Situation im Hinblick auf bestimmte Bewertungen und Auswüchse (Stichwort Bitcoin) unhaltbar geworden. Die aktuelle Korrektur an den Aktienmärkten dürfte in den kommenden Wochen oder sogar Monaten gute Einstiegschancen eröffnen.

Vom Devisenmarkt droht ebenfalls Ungemach; in regelmäßigen Abständen kommt der Eurokurs zum Dollar der technisch bedeutsamen Marke von 1,25 bedenklich nahe. Gegenüber dem Euro wertet auch der Yen weiter ab, sodass die Kurse japanischer Exporttitel durch die Decke schießen könnten. Ein Problem für den Rest der Welt stellt freilich der Dollar dar, den die Amerikaner als ihren Spielball betrachten. Damit begeben sie sich auf gefährliches Terrain, doch ist diese Einstellung wohl das Privileg der führenden Wirtschaftsmacht. Den multinationalen europäischen Konzernen könnten diese Währungsturbulenzen jedoch einige Prozentpunkte Gewinnwachstum kosten.

Das amerikanische Haushaltsdefizit und dessen drohende Ausuferung infolge der Steuerreform und der (bislang noch ungewissen) Lancierung eines (1.500 Mrd. US-Dollar schweren) Infrastrukturprogramms werden die Diskreditierung des Greenbacks womöglich noch beschleunigen. Ironie der Geschichte: Der Name der US-Währung geht ausgerechnet auf das deutsche Wort Taler zurück, der Währung Karls V., die in Europa vier Jahrhunderte lang dominierte. Auch die protektionistischen Töne Donald Trumps dürften für Nervosität unter den Anlegern sorgen, die eher an den Gedanken einer für die Bewertungen von Risikoanlagen vorteilhaften Globalisierung gewohnt sind. Angesichts der sich nun abzeichnenden neuen wirtschaftlichen und geldpolitischen Bedingungen verdienen die Bewertungsniveaus insbesondere von Aktien eine besondere Aufmerksamkeit.

Der wirtschaftliche Aufschwung hat in Europa gut Fuß gefasst, rechtfertigt aber nicht jeden Kursaufschlag. Weltweit bestehen die Ungleichgewichte fort (Zwillingsdefizit in den Vereinigten Staaten, von bestimmten Notenbanken aufrechterhaltene Liquiditätsschwemme, mit dem künftigen Kapitalrenditebedarf unvereinbares Zinsniveau etc.).

2018 verspricht somit, ein volatiles Übergangsjahr zu werden, das jedoch Chancen für Anleger birgt, die gewisse Risiken eingehen – wohlkalkulierte Risiken, versteht sich.

Igor de Maack, Fondsmanager und Sprecher Portfoliomanagement, am 2. Februar 2018.

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Der ach so flauschige Teppich der Unterstützung vom Anleihemarkt wird Aktionären gerade Stück für Stück unter den Füßen weggezogen. Längst scheint die Zielmarke von 3 % für zehnjährige US-Anleihen nicht mehr außer Reichweite, zumal sie durchaus mit der jetzigen wirtschaftlichen Dynamik vereinbar wäre. Wie eine Flutwelle haben die Anleger...
2018-02-02