31. März 2017

Hier der wöchentliche Kommentar zu den Märkten von Igor de Maack

Marktkommentar

Nun ist es nicht mehr zu leugnen: Die wirtschaftliche Lage im Euroraum hellt sich unter dem starken Effekt der Reflationierung immer weiter auf. Dies bestätigten die Unternehmen mit der Veröffentlichung ihrer Jahresberichte für 2016, die im Übrigen mit leichten Aufwärtskorrekturen der Gewinnprognosen einhergingen – zum ersten Mal seit 2011, was den Index DJ Stoxx 600 betrifft.

Dennoch machen die Kapitalflüsse weiterhin einen großen Bogen um europäische Vermögenswerte. Wahrscheinlich warten die Anleger noch den Ausgang der Wahlen in Frankreich ab, bevor sie wieder bei europäischen Aktien zugreifen. Von diesem Wahlergebnis werden auch die nächsten Fortschritte des Euroraums und Europas insgesamt abhängen.

Am vergangenen Mittwoch haben die Briten ihren Austritt aus der Union eingeleitet, während sich die Schotten ihrerseits für ein neues Referendum über ihre Abspaltung vom Vereinigten Königreich ausgesprochen haben. Dass die Europäische Union von vielen als die Wurzel alles Übels angesehen wird, mag daran liegen, dass das Gemeinschaftsprojekt von den Bürgern vor allem als politisches Konstrukt und nicht so sehr als wirtschaftliche Realität wahrgenommen wird (die indes von der Entwicklung der Bruttoinlandsprodukte seit der EU-Gründung eindrucksvoll belegt wird).

Überdies sind Währungsunionen nicht zwingend für das unerhörte Missmanagement mit öffentlichen Geldern und die unmöglich zu finanzierenden Luftschlösser jener Kandidaten verantwortlich, die jeden Sinn für die Funktionsweise freier Wirtschaften in einer offenen, globalisierten Welt verloren haben.

In den Vereinigten Staaten beschleichen die Anleger allmählich Zweifel an der Politik und der Handlungsfähigkeit der neuen Regierung. Mit dem langen Warten auf die Umsetzung der von Donald Trump gemachten Wahlkampfversprechen scheint der Rally am amerikanischen Aktienmarkt allmählich die Puste auszugehen. Dafür gibt es eine weitere gute Nachricht: Die amerikanische Demokratie beweist, dass sie über die erforderlichen Gegengewichte verfügt, um die verkappten monarchistischen Tendenzen bestimmter politischer Systeme mit allzu großer Machtfülle beim Präsidenten im Zaum zu halten.

Wir Europäer können uns zumindest mit dem Gedanken trösten, dass Risiken und politische Unwägbarkeiten nicht allein den Ländern des Alten Kontinents vorbehalten sind.

Igor de Maack, Fondsmanager und Sprecher Portfoliomanagement, am 31. März 2017.

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Nun ist es nicht mehr zu leugnen: Die wirtschaftliche Lage im Euroraum hellt sich unter dem starken Effekt der Reflationierung immer weiter auf. Dies bestätigten die Unternehmen mit der Veröffentlichung ihrer Jahresberichte für 2016, die im Übrigen mit leichten Aufwärtskorrekturen der Gewinnprognosen einhergingen – zum ersten Mal seit 2011, was...
2017-03-31