27. Jänner 2017

Hier der wöchentliche Kommentar zu den Märkten von Igor de Maack

Marktkommentar

Während die neue Führungsspitze in Washington ihre Wahlkampfversprechen in Form eines ganzen Schwalls von Dekreten in die Tat umsetzt (Rückzug aus dem geplanten Freihandelsabkommen Trans-Pacific Partnership, Errichtung einer Mauer an der mexikanischen Grenze etc.), gab es für die Europäer eine angenehme Überraschung: Wie der britische Supreme Court urteilte, muss die Regierung von Theresa May zunächst die Zustimmung des Parlaments einholen, bevor sie den Brexit-Prozess auslöst. Diese zusätzliche Hürde dürfte jedoch nichts an ihrem Willen ändern, Artikel 50 zu aktivieren.

In den ersten Jahresabschlüssen zeichnet sich bislang ein wieder dynamisches Umfeld ab, insbesondere in China (siehe LVMH). So verzeichnen die Umsätze von Spirituosen und Modeartikeln (Lederwaren und Uhren) erneut beschleunigte Wachstumsraten im Reich der Mitte.

Auf globaler Ebene bleibt die Zinssituation unwägbar, zumal im Licht der angeblichen Äußerungen europäischer Währungshüter. Diesen Stimmen zufolge könnte die EZB ihr Programm der geldpolitischen Lockerung früher auslaufen lassen als geplant. Der Anstieg der Renditen zehnjähriger Papiere (die französische Staatsanleihe über zehn Jahre hat die psychologisch wichtige Marke von 1 % überschritten) hat die Anleger aufgeschreckt und ihnen wieder ins Bewusstsein gerufen, dass Anleihen zwar eine immer längere durchschnittliche Duration aufweisen, zugleich jedoch immer weniger Zinsen abwerfen: eine Situation, die zunehmend unhaltbar wird.

Die Realrenditen bewegen sich jedoch weiterhin auf negativem Terrain und bieten idealen Spielraum für Übernahmen und Fusionen. Im Banken- und Versicherungssektor brodelt die Gerüchteküche über einen möglichen Zusammenschluss von Intesa und Generali, während der amerikanische Pharma- und Konsumgüterriese Johnson & Johnson soeben die Übernahme der Schweizer Biotechnologiefirma Actélion angekündigt hat.

Taktisch gesehen sind die Märkte auf kurze Sicht in eine stürmische Phase eingetreten. Während die (am VIX-Index gemessene) Aktienvolatilität ihren Tiefpunkt seit der Wahl von Donald Trump erreicht hat, ging es beim MOVE-Index, der die Schwankungen am Anleihemarkt abbildet, seit Ende Oktober beharrlich bergauf – eine höchst widersprüchliche Situation, die nicht von Dauer sein dürfte.

Die kommenden Volatilitätsschübe werden vermutliche gute Einstiegschancen für all jene bieten, die weiterhin an eine Aufhellung der weltweiten und europäischen Konjunktur glauben.

Igor de Maack, Fondsmanager und Sprecher Portfoliomanagement, am 27. Januar 2017.

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Während die neue Führungsspitze in Washington ihre Wahlkampfversprechen in Form eines ganzen Schwalls von Dekreten in die Tat umsetzt (Rückzug aus dem geplanten Freihandelsabkommen Trans-Pacific Partnership, Errichtung einer Mauer an der mexikanischen Grenze etc.), gab es für die Europäer eine angenehme Überraschung: Wie der britische Supreme...
2017-01-27