5. August 2016

Hier der wöchentliche Kommentar zu den Märkten von Igor de Maack

Marktkommentar

Auch zu Beginn des Monats August bestätigen sich die anhaltenden Sorgen und enormen Vorbehalte der Finanzmärkte bezüglich des noch immer auf wackeligen Beinen stehenden Bankensektors. Nach den europäischen Banken-Stresstests, die zunächst noch als harmlose Routine abgetan worden waren, sind die Geldhäuser an den Börsen erneut unter Beschuss geraten. Das gute Abschneiden insbesondere einiger französischer Institute (Société Générale und Crédit Agricole) hat jedoch erneut die Hoffnung auf eine künftige Ratinganhebung für diese Branche geweckt, die mittlerweile als ein hochregulierter öffentlicher Dienst mit strengen Auflagen bezüglich seiner Kapitalrenditen wahrgenommen wird.

Tatsächlich weisen die Banken eine auffallende Ähnlichkeit mit den Versorgungsunternehmen (den Energie- und Umweltwerten) auf, was zum Teil den freien Fall ihrer Börsennotierungen erklärt – zumal die Banken im Gegensatz zu den (echten) Versorgern keinesfalls vom Zinstief profitieren, das vielmehr ihre Zinsmargen drückt. Ohne den Beitrag des Finanzsektors, der in den europäischen Börsenindizes eine große Gewichtung hat, ist ein nachhaltiger Auftrieb an den Aktienmärkten insbesondere im Euroraum jedoch nur schlecht vorstellbar.

Die meisten Anleger wird vorerst auch das Argument der günstigen Bewertungen nicht überzeugen, obwohl dieser Gesichtspunkt immer stärker an Gewicht gewinnt. Darüber hinaus verschärft die mehr oder weniger spürbare Bedrohung durch die Fintechs neuerdings die Wettbewerbssituation, die viel von der Übersichtlichkeit und dem Glanz vergangener Zeiten eingebüßt hat, aus denen die Banken noch die mit ihrer Oligopolstellung verbundene Beschaulichkeit und Allmacht gewohnt sind.

Nicht zuletzt sind die Banken aus Sicht der Sparer längst eng mit dem System- und dem Länderrisiko verknüpft. Ein sprechendes Beispiel ist hier Italien. Unser südlicher Nachbar jenseits der Alpen ist jetzt am Zug, um die Rettung einer Reihe regionaler Finanzinstitute auf die Beine zu stellen, wobei nunmehr auch die politische Glaubwürdigkeit des italienischen Staats auf dem Spiel steht.

Und auch die Zentralbanken stellen heute Schaltstellen der Marktmechanismen dar, da sie nun über die Eindämmung wirtschaftlicher Risiken wachen. Dies zeigte sich erst jüngst erneut bei der angekündigten Leitzinssenkung durch die britische Zentralbank und die Ausweitung ihres Anleihenkaufprogramms zur quantitativen Lockerung, um dem durch das Brexit-Votum verursachten Rezessionsrisiko Einhalt zu gebieten.

Igor de Maack, Fondsmanager und Sprecher Portfoliomanagement, am 5. August 2016.

Dieser Artikel stellt weder ein Kaufangebot noch eine Anlageempfehlung dar. Diese Werbeunterlage ist ein vereinfachtes Präsentationsinstrument und stellt weder ein Zeichnungsangebot noch eine Anlageberatung dar. Die in der Vergangenheit erzielte Performance bedeutet keine Prognose für die Zukunft. Verwaltungskosten sind in der Wertentwicklung enthalten. Die Performances sind von DNCA FINANCE berechnet. 

DNCA Investments ist eine Handelsmarke von DNCA Finance.

Auch zu Beginn des Monats August bestätigen sich die anhaltenden Sorgen und enormen Vorbehalte der Finanzmärkte bezüglich des noch immer auf wackeligen Beinen stehenden Bankensektors. Nach den europäischen Banken-Stresstests, die zunächst noch als harmlose Routine abgetan worden waren, sind die Geldhäuser an den Börsen erneut unter Beschuss...
2016-08-05